
unvergessener Gründer:
Alfred Fillsack
geb. 03. Juni 1927
verst. 05. August 2000
Als 1. Vorsitzender des Fördervereins Diakoniestation Kefenrod e.V. war Alfred Fillsack offenbar weit mehr als nur ein Vereinsfunktionär. Nach den vorliegenden Berichten war er der eigentliche Initiator und Gründer des Vereins — eine Persönlichkeit, die Bildung, Musik, Kirche und soziales Engagement miteinander verband.
Der Förderverein entstand in einer Zeit, in der viele ländliche Gemeinden begannen, soziale Aufgaben stärker selbst zu organisieren. Alfred Fillsack brachte dafür ideale Voraussetzungen mit: Als Pädagoge, Schulleiter und tief in der evangelischen Gemeindearbeit verwurzelter Mensch verfügte er über ein großes Netzwerk und das Vertrauen vieler Menschen in Kefenrod und der Region.
Zeitzeugen und spätere Vereinsberichte zeichnen das Bild eines Vorsitzenden, der den Verein nicht nur verwaltete, sondern ihm eine Haltung gab:
Gemeinschaft statt Vereinsmeierei, Hilfe für ältere und hilfsbedürftige Menschen, kulturelles Leben im Dorf, generationsübergreifendes Engagement, Verantwortung für das Gemeinwesen.
Dass der Förderverein Jahrzehnte später noch besteht und unter anderem den Bürgerbus organisiert, wird in den Jubiläumsberichten ausdrücklich auf die Gründung durch Alfred Fillsack zurückgeführt.
Man kann sich ihn in dieser Rolle gut vorstellen: ruhig, verbindlich, mit klaren Worten, aber ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Wahrscheinlich war er jemand, der Sitzungen eher moderierte als dominierte — jemand, der Menschen zusammenbrachte. Seine Erfahrung als Schulleiter der Georg-August-Zinn-Schule und zuvor als Rektor der Mittelpunktschule Kefenrod half ihm dabei ebenso wie seine jahrzehntelange Tätigkeit als Chorleiter und Kirchenmusiker.
Besonders bemerkenswert ist, dass sich durch sein gesamtes Wirken ein roter Faden zieht: Bildung, Musik und soziales Verantwortungsgefühl gehörten für ihn zusammen. Im Chor lernte man Gemeinschaft, in der Schule Verantwortung und im Verein gegenseitige Hilfe.
So wurde Alfred Fillsack als 1. Vorsitzender des Fördervereins Kefenrod e.V. vermutlich zu einer Art moralischem Mittelpunkt des Dorflebens — nicht laut oder spektakulär, sondern durch Beständigkeit, Vertrauen und persönliche Nähe zu den Menschen.
Gründungsversammlung
am 26. Oktober 1983
Am 26. Oktober 1983 fand die Gründungsversammlung des Fördervereins Diakoniestation Kefenrod e.V. statt. Ziel der Zusammenkunft war die offizielle Gründung des Vereins zur Unterstützung der Arbeit der Diakoniestation sowie die Wahl des ersten Vorstandes.
An der Gründungsversammlung nahmen insgesamt 53 Personen teil. 37 von Ihnen wurden zu Beginn der Versammlung Mitglieder und somit Gründungsmitglieder. Im Verlauf der Sitzung wurde die Vereinssatzung beschlossen und der erste Vorstand gewählt.
Gewählter Vorstand:
1. Vorsitzender: Alfred Fillsack
2. Vorsitzender: Helmut Müller
Kassierer: Irmgard Müller
Schriftführer: Inge Georg
stellv. Schriftführer: Reinhold Reutzel
Beisitzer: Alfred Krieg
Heidi Sauer
Albert Gerhardt
Bürgermeister: 1964-1989 Otto Mordier
Mit der Gründungsversammlung wurde die organisatorische Grundlage für die zukünftige Arbeit des Fördervereins geschaffen. Der Verein sollte die Aufgaben und Ziele der Diakoniestation Kefenrod ideell und finanziell unterstützen.
wirksame
Mitgliederwerbung
Wie Diakoniestationen 1984 Unterstützer gewannen?
In den 1980er Jahren war die Werbung für Diakoniestationen deutlich persönlicher und stärker im örtlichen Leben verankert als heute. Moderne Kommunikationswege wie Internet, soziale Medien oder professionelles Fundraising standen damals noch nicht zur Verfügung. Stattdessen lebten die Einrichtungen vor allem von persönlichen Kontakten, dem Vertrauen innerhalb der Kirchengemeinden und dem Engagement vieler Ehrenamtlicher.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die evangelische Kirchengemeinde. Sie war die wichtigste Plattform, um neue Unterstützerinnen und Unterstützer zu gewinnen. In Gottesdiensten wurde regelmäßig auf die Arbeit der Diakoniestation hingewiesen, Pfarrer riefen zur Mithilfe auf, und auch in Gemeindebriefen oder an Schwarzen Brettern im Gemeindehaus fanden sich entsprechende Informationen. Darüber hinaus stellten sich die Diakoniestationen bei Frauenhilfen, Seniorenkreisen oder Bibelstunden vor. Viele Menschen kannten die Gemeindeschwester persönlich – Vertrauen entstand unmittelbar über die Nähe zur Gemeinde.
Auch persönliche Ansprache war von großer Bedeutung. Gemeindeschwestern warben häufig indirekt bei ihren Hausbesuchen, über Angehörige oder durch Mundpropaganda für die Unterstützung der Station. Bei Dorffesten oder Gemeindeveranstaltungen wurde immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig Fördermitglieder und Spenden für die Arbeit seien.
Zur Finanzierung der diakonischen Arbeit wurden zahlreiche Spendenaktionen organisiert. Typisch für die 1970er- und 1980er-Jahre waren Haussammlungen, Spendenbriefe, Kollekten im Gottesdienst sowie Basare, Adventsverkäufe oder Wohltätigkeitskonzerte. Auch Gemeindefeste dienten dazu, Mittel für die soziale Arbeit vor Ort zu sammeln. Ein großer Teil der Finanzierung beruhte auf freiwilligen Spenden.
Ebenso wichtig war die Gewinnung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Viele Freiwillige wurden über Frauenkreise, Kirchenchöre, Landfrauenvereine, Nachbarschaftshilfen oder Konfirmandengruppen angesprochen. Besonders häufig engagierten sich Hausfrauen mittleren Alters, die Patienten besuchten, Essen auslieferten oder stundenweise unterstützten.
Begleitet wurde die Arbeit der Diakoniestationen durch regelmäßige Berichte in Lokalzeitungen, Amtsblättern und Kirchenzeitungen. Dort informierte man über Jubiläen, neue Angebote oder die Arbeit der Gemeindeschwestern, die vielerorts als fester Bestandteil des Dorflebens galten.
Das Bild der Gemeindeschwester spielte dabei eine entscheidende Rolle. Sie galt als hilfsbereit, zuverlässig, christlich geprägt und jederzeit erreichbar. Dieses gesellschaftliche Ansehen sorgte dafür, dass Vertrauen und Verbundenheit fast selbstverständlich entstanden – ganz ohne moderne Werbekampagnen.
Bereits damals existierten in einigen Regionen Fördervereine oder freiwillige Mitgliedsmodelle. Gemeindemitglieder zahlten kleine Jahres- oder Familienbeiträge, um den Fortbestand der Stationen zu sichern. Die eigentliche Professionalisierung des Fundraisings begann jedoch erst Ende der 1980er- und insbesondere in den 1990er-Jahren.

Diakoniestationen im Wandel der 1980er Jahre
Im Jahr 1984 befanden sich viele evangelische Diakoniestationen in Deutschland in einer Phase des Umbruchs. Die traditionelle Gemeindepflege mit einer einzelnen „Gemeindeschwester“ entwickelte sich zunehmend hin zu moderner organisierten ambulanten Pflegeeinrichtungen. Bereits seit den 1970er Jahren entstanden größere Diakonie- und Sozialstationen, um den steigenden Anforderungen in der häuslichen Kranken- und Altenpflege gerecht zu werden.
Typisch für eine Diakoniestation jener Zeit war ein kleines Team aus zwei bis zehn Pflegekräften. Viele von ihnen waren noch klassische Diakonissen oder Gemeindeschwestern, die eng mit der evangelischen Kirchengemeinde verbunden waren. Die Stationen befanden sich häufig im Pfarrhaus, im Gemeindehaus oder in kleinen angemieteten Räumen. Die Zusammenarbeit mit Pfarrern, Hausärzten und Angehörigen spielte eine zentrale Rolle im Alltag.
Die Pflegekräfte versorgten ältere, kranke oder pflegebedürftige Menschen direkt in deren Wohnungen und Häusern. Oft bestand ein Dienst rund um die Uhr oder zumindest eine Rufbereitschaft, da die Gemeindeschwestern in vielen Orten als erste Ansprechpartnerinnen in gesundheitlichen Notlagen galten.
Die Ausstattung war aus heutiger Sicht vergleichsweise einfach. Viele Schwestern waren noch mit dem Fahrrad unterwegs, später kamen Mofas oder kleine Dienstwagen hinzu. Zum typischen Erscheinungsbild gehörten eine weiße Schwesterntracht oder ein weißer Kittel sowie der bekannte Handkoffer oder die Ledertasche mit Verbandsmaterial. Darin befanden sich unter anderem Blutdruckmessgeräte, Spritzen, Verbände, Desinfektionsmittel, Thermometer und einfache medizinische Instrumente. Die Dokumentation erfolgte ausschließlich auf Papier – meist in Karteikarten oder Dienstbüchern. Mobiltelefone oder Funkgeräte gab es in der Regel noch nicht.
Die Aufgaben der Gemeindeschwestern gingen weit über reine Pflege hinaus. Neben dem Waschen, Lagern und medizinischen Versorgen der Patienten gehörten auch Gespräche, seelsorgerische Betreuung sowie Hilfe im Alltag dazu. Viele unterstützten bei Einkäufen, Behördengängen oder hielten Kontakt zu Angehörigen und Nachbarn. Dadurch entstand oft eine enge persönliche Bindung zu den betreuten Familien, die nicht selten über Jahrzehnte bestand.
Auch finanziell unterschied sich der Beruf deutlich von heute. Gemeindeschwestern verdienten Mitte der 1980er Jahre in Westdeutschland meist zwischen 1.800 und 2.800 D-Mark brutto im Monat. Leitende Pflegekräfte oder examinierte Krankenschwestern erhielten etwas höhere Gehälter. Diakonissen bekamen häufig ein geringeres Bargehalt, dafür jedoch freie Unterkunft, Kleidung und Verpflegung. Zuschläge für Nacht- oder Wochenenddienste fielen vergleichsweise gering aus. Viele ältere Schwestern beschrieben ihre Tätigkeit deshalb eher als „Berufung“ denn als gut bezahlten Beruf.
Trotz der oftmals bescheidenen Bezahlung genossen Gemeindeschwestern in Dörfern und Kirchengemeinden hohes gesellschaftliches Ansehen. Sie galten als zuverlässig, hilfsbereit und jederzeit erreichbar – oftmals als fester Bestandteil des sozialen Lebens vor Ort.
Bereits Mitte der 1960er Jahre hatte die Diakonie auf Nachwuchsmangel und die Überalterung der Gemeindeschwestern hingewiesen. Dieser Wandel führte schließlich dazu, dass in den 1970er- und 1980er-Jahren größere Diakoniestationen mit professionelleren Strukturen entstanden. Damit begann die Entwicklung hin zur modernen ambulanten Pflege, wie sie heute bekannt ist.

Die erste und langjärige Gemeindeschwester
Startete am 01.01.1984 und
wirkte bis zum 17.05.2026


Veränderter Vorstand
ab 13. November 1992
1. Vorsitzender: Alfred Fillsack
2. Vorsitzender: Helmut Müller
Kassierer: Irmgard Müller
Schriftführer: Reinhold Reutzel
stellv. Schriftführer: Heinrich Neidhardt
Beisitzer: Alfred Krieg
Heidi Sauer
Albert Gerhardt
Bürgermeister: 1990–2013 Bernd Kling
